Frohe Weihnachten!

Heute ist es so weit: Das letzte Türchen öffnet sich, und Weihnachten steht vor der Tür. Gestern habe ich es tatsächlich auch noch geschafft, Plätzchen zu backen. Ich habe dieses Jahr in diversen sozialen Netzwerken jede Menge Videos zum Dekorieren von Keksen und Plätzchen gesehen. In liebevoller Detailarbeit werden in diesen Videos mit enormer Geduld und erstaunlichen Fähigkeiten wahre Kunstwerke geschaffen, die einen schon durch den Bildschirm hindurch zum Reinbeißen verleiten.

Hoch motiviert ging ich also gestern ans Werk. Doch nur wenige Stunden später musste ich mir eingestehen, dass ich in diesem Bereich wohl nicht gerade ein Naturtalent bin.

Man kann schon ganz gut erahnen, dass es Plätzchen sein sollen, und vielleicht ist auch der Dinosaurier noch einigermaßen zu erkennen. Spätestens beim Zuckerguss zeigt sich dann doch recht klar meine vollständige Unfähigkeit darin, Plätzchen gleichmäßig, ansprechend und geplant zu dekorieren. Ich bin sehr froh, dass diese Plätzchen nur für mich und meine engste Familie gedacht sind – zum Verschenken wären sie doch schon sehr gewagt.

Während ich hier sitze und meine Plätzchen schlecht rede, hat sich mein Mann bereits mehrfach in die Küche geschlichen und an den noch immer auf der Anrichte liegenden Plätzchen bedient. Er ist absolut begeistert. Es scheint ihn nicht wirklich zu stören, dass die Plätzchen aussehen, als wären sie von einem Kind mit verbundenen Augen und etwas zu viel Elan dekoriert worden.

Obwohl ich für alle Plätzchen die gleiche Form genutzt habe, sehen keine zwei gleich aus. Jedes hat sein ganz eigenes Set an Macken, Zuckerguss und etwas zu braun gewordenen Stellen. Und trotzdem liebt mein Mann alle gleichermaßen. Er macht keinen Unterschied, ob der Zuckerguss jetzt Lücken hat oder stellenweise das Plätzchen auch mal ganz verfehlt hat. Es sind Plätzchen – und jedes davon hat es verdient, mit Genuss gegessen zu werden.

Und ich denke mir: Vielleicht ist das das, worauf es wirklich ankommt – an Weihnachten, aber auch im Leben.

Denn auch bei Menschen sitzt der Zuckerguss nicht bei allen an der gleichen Stelle. Kein Mensch gleicht dem anderen. Wir alle sind Individuen, mit unserer ganz eigenen Art, unserem eigenen Wesen, unseren Stärken und unseren Besonderheiten. Und doch werden gerade diese Unterschiede so oft als Makel betrachtet.

Aber vielleicht ist das gar nicht so wichtig. Vielleicht müssen wir gar nicht alle gleich aussehen, gleich funktionieren oder gleich dekoriert sein. Wir alle sind Menschen. Und jeder von uns – egal ob Autist oder Allist – hat es verdient, für das geschätzt zu werden, was er ist.

In diesem Sinne wünschen wir, das Team von SdA, Euch von Herzen eine ruhige, warme und möglichst stressfreie Weihnachtszeit. Wir hoffen, unser Kalender konnte Euch durch den Advent begleiten.

Euer Janus & Team

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